Auf einen Blick
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- BOAMP (Bulletin officiel des annonces des marchés publics)
Schwellenwerte
| Liefer- und Dienstleistungen, zentrale Regierungsbehörden (EU-Verfahren) | € 140.000 |
| Liefer- und Dienstleistungen, sonstige öffentliche Auftraggeber inkl. Gebietskörperschaften (EU-Verfahren) | € 216.000 |
| Liefer- und Dienstleistungen, Sektorenauftraggeber (entités adjudicatrices) | € 432.000 |
| Bauleistungen und Konzessionen (EU-Verfahren) | € 5.404.000 |
| Bauleistungen: keine vorherige Bekanntmachung oder Wettbewerb erforderlich unter (ab 1. Januar 2026) | € 100.000 |
| Liefer- und Dienstleistungen: keine vorherige Bekanntmachung oder Wettbewerb erforderlich unter (ab 1. April 2026; zuvor € 40.000) | € 60.000 |
| Liefer- und Dienstleistungen: Bekanntmachung im BOAMP oder einem Amtsblatt für Pflichtbekanntmachungen (JAL) erforderlich ab (Bauleistungen: ab € 100.000) | € 90.000 |
Gesetz und Auftraggeber
Das französische Vergaberecht steht im Code de la commande publique (CCP), der die EU-Richtlinien 2014/23, 2014/24 und 2014/25 umsetzt. Die Direction des Affaires Juridiques (DAJ) des Wirtschaftsministeriums veröffentlicht Leitfäden und Standardformulare. Auftraggeber sind Ministerien, Regionen, Departements und Gemeinden (collectivités territoriales), Krankenhäuser und öffentliche Unternehmen. Zentrale Beschaffungsstellen sind wichtig: UGAP ist die nationale Einkaufszentrale, die Direction des achats de l'État (DAE) steuert die staatliche Beschaffung, und Stellen wie RESAH und UniHA kaufen für Krankenhäuser ein. Ein Auftrag unterhalb der EU-Schwellenwerte ist ein 'marché à procédure adaptée' (MAPA) mit flexiblen Regeln; oberhalb gilt ein förmliches Verfahren.[1][18][19]
Wo Ausschreibungen veröffentlicht werden
Das amtliche Bekanntmachungsblatt ist der BOAMP. Ab € 90.000 bei Liefer- und Dienstleistungen und ab € 100.000 bei Bauleistungen muss eine Bekanntmachung im BOAMP oder einem Amtsblatt für Pflichtbekanntmachungen (JAL) erscheinen, oberhalb der EU-Schwellenwerte im BOAMP und auf TED. Unterlagen und Angebotsabgabe liegen auf dem 'profil d'acheteur' des Auftraggebers, einer elektronischen Vergabeplattform. Der Staat nutzt PLACE (marches-publics.gouv.fr); regionale und kommunale Auftraggeber nutzen öffentliche Plattformen wie Maximilien (Île-de-France) oder kommerzielle wie AWS-Achat (marches-publics.info), achatpublic.com, e-marchespublics.com und Marchés Sécurisés. Die Registrierung ist in der Regel kostenlos. Eine qualifizierte elektronische Signatur ist bei der Angebotsabgabe meist nicht nötig; der Zuschlagsempfänger unterschreibt den Vertrag bei der Vergabe, oft elektronisch.[2][10][16][17]
Verfahren und Schwellenwerte
Oberhalb der EU-Schwellenwerte gibt es das appel d'offres ouvert (offenes Verfahren), das appel d'offres restreint (nicht offenes Verfahren), die procédure avec négociation (Verhandlungsverfahren), den dialogue compétitif (wettbewerblicher Dialog) und die partenariat d'innovation (Innovationspartnerschaft). Darunter nutzen Auftraggeber die procédure adaptée (MAPA) und legen Bekanntmachung und Verhandlung selbst fest, solange Gleichbehandlung und Transparenz gewahrt bleiben. Kleine Aufträge dürfen ohne Bekanntmachung und Wettbewerb vergeben werden: unter € 100.000 bei Bauleistungen und ab 1. April 2026 unter € 60.000 bei Liefer- und Dienstleistungen. Rahmenvereinbarungen heißen accords-cadres und werden über bons de commande (Abrufe) oder marchés subséquents (Kleinwettbewerbe) ausgeführt.[1][2][3][4]
Unterlagen und Sprache
Für den Teilnahmeantrag nutzen Sie die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (DUME auf Französisch) oder die nationalen Formulare DC1 (lettre de candidature) und DC2 (déclaration du candidat); ein Auftraggeber darf eine DUME nicht ablehnen. Hinzu kommen Eignungsnachweise laut règlement de consultation, etwa Umsatz, Referenzen und Zertifikate. Der Zuschlagsempfänger weist anschließend die Erfüllung steuerlicher und sozialer Pflichten nach, meist mit Formular NOTI2 oder einer attestation de régularité fiscale und einer URSSAF-attestation de vigilance, sowie einem Kbis-Auszug oder ausländischen Gegenstück. Angebote sind auf Französisch oder mit französischer Übersetzung einzureichen; ausländische Unternehmen können gleichwertige Nachweise ihres Heimatlandes vorlegen.[1][6][8]
Fristen, Zuschlag und Rechtsschutz
Im offenen Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte beträgt die Mindestangebotsfrist 35 Tage ab Absendung der Bekanntmachung; sie kann verkürzt werden, etwa bei elektronischer Angebotsabgabe oder nach einer Vorinformation. Beim MAPA legt der Auftraggeber eine 'angemessene' Frist fest. Der Zuschlag geht an das wirtschaftlichste Angebot, meist eine Kombination aus Preis- und Qualitätskriterien mit vorab bekannter Gewichtung. Nicht berücksichtigte Bieter werden über die Gründe informiert, und oberhalb der EU-Schwellenwerte gilt eine Stillhaltefrist von 11 Tagen bei elektronischer Mitteilung (sonst 16 Tage). Vor Vertragsschluss ist ein référé précontractuel beim tribunal administratif möglich, danach ein référé contractuel oder eine Vertragsklage.[1][7][14]
So erhöhen Sie Ihre Chancen in Frankreich
Nach dem Code de la commande publique erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag, bewertet anhand eines oder mehrerer auftragsbezogener Kriterien; Artikel R2152-7 erlaubt neben dem Preis qualitative, ökologische und soziale Kriterien. Das règlement de consultation (RC) legt Kriterien, Unterkriterien und Gewichtungen fest, und die Qualität wird meist anhand des mémoire technique bewertet; gliedern Sie es genau nach dem RC und zeigen Sie, wie Sie diesen Auftrag für diesen Auftraggeber ausführen. Stellen Sie Fragen über das Käuferprofil innerhalb der Frist im RC; in förmlichen Verfahren muss der Auftraggeber zusätzliche Auskünfte spätestens sechs Tage vor Ablauf der Angebotsfrist erteilen, sofern rechtzeitig angefragt, und die Antworten gehen an alle Bewerber. Lernen Sie den Auftraggeber über Vergabebekanntmachungen in BOAMP und TED, die Kerndaten abgeschlossener Aufträge als Open Data auf data.gouv.fr sowie Beschlüsse und Jahresberichte kennen. Angebote scheitern an Verspätung auf der Plattform, Unvollständigkeit, Unregelmäßigkeit oder einem ungewöhnlich niedrigen Preis, den Sie nach R2152-3 nicht begründen können; Nutzen Sie das DUME und antworten Sie auf Französisch. Nach einer Ablehnung können Sie die Gründe und bei förmlichen Verfahren Merkmale, relative Vorteile und Namen des Siegers erfragen; nutzen Sie dies für Ihr nächstes mémoire technique.[11][12][13][14]
- Übertragen Sie Kriterien und Gewichtung des RC in die Gliederung Ihres mémoire technique.
- Prüfen Sie frühere Vergaben in BOAMP, TED und den Open Data auf data.gouv.fr.
- Stellen Sie früh Fragen über das Käuferprofil, damit Antworten sechs Tage vorher kommen.
- Schreiben Sie ein maßgeschneidertes mémoire technique mit Mitteln, Methode, Team und Planung.
- Prüfen Sie DUME, Signaturen und Preisaufschlüsselung und laden Sie früh hoch.
- Erfragen Sie nach Ablehnung Gründe und relative Vorteile des Siegers.
Bieterfragen: Demandes de renseignements complémentaires (Bieterfragen)
So wird in Frankreich vergeben
- Angebote pro Los (Median)
- 3
- der Lose erhalten nur ein Angebot
- 21 %
- der Gewinner sind KMU
- 50 %
Quelle: TED, 40.008 Bekanntmachungen und Zuschläge aus 2025, berechnet von TenderRender.
So hilft TenderRender Ihnen in Frankreich
TenderRender erledigt die Arbeit hinter jedem Schritt oben. Ihr Team prüft und verfeinert.
- 1
Den Auftraggeber recherchieren
Stellt frühere Vergaben, Strategien und Verträge des Auftraggebers zusammen, damit Ihr Angebot zur Lage dieses Auftraggebers in Frankreich passt.
- 2
Fragen stellen
Findet Unklarheiten und Risiken in den Unterlagen und formuliert Fragen dazu für die Fragerunde: Demandes de renseignements complémentaires (Bieterfragen).
- 3
Je Kriterium schreiben
Schreibt einen ersten Entwurf je Zuschlagskriterium, in der Sprache der Ausschreibung, mit Quellenangaben zu Ihren eigenen Unterlagen.
- 4
Prüfen
Bewertet Ihr Angebot je Zuschlagskriterium wie ein Bewerter, mit Punktzahl und konkreten Verbesserungen.
- 5
Formulare ausfüllen
Füllt die EEE, Preisblätter, Fragebögen und Excel-Anlagen aus Ihren eigenen Daten und früheren Angeboten aus, mit Quelle je Antwort.
- 6
Einreichen
Erstellt eine Checkliste aller Unterlagen, die Sie auf BOAMP (Bulletin officiel des annonces des marchés publics) einreichen müssen, und bereitet sie unterschriftsreif vor.
Die Ausschreibungssuche deckt Deutschland, die Niederlande und Belgien ab; in Frankreich laden Sie die Unterlagen von BOAMP (Bulletin officiel des annonces des marchés publics) hoch, und TenderRender arbeitet genauso damit.
Teams, die mit TenderRender schreiben oder prüfen, gewannen 49% ihrer abgeschlossenen Ausschreibungen. So wurde das berechnet
Tipps für Bieter
Lesen Sie das règlement de consultation (RC) genau: Es nennt die geforderten Unterlagen, die Zuschlagskriterien mit Gewichtung und die zu nutzende Plattform. Legen Sie rechtzeitig ein Konto auf der Plattform des Auftraggebers an und testen Sie den Upload; verspätete elektronische Angebote werden ausgeschlossen. Nutzen Sie die DUME, um Unternehmensdaten wiederzuverwenden. Stellen Sie Fragen über die Plattform innerhalb der Frist im RC; Antworten erhalten alle Bewerber. Für kleine Aufträge lohnt der Blick auf regionale Plattformen und das Profil des Auftraggebers, da ein MAPA unter € 90.000 oft nur dort erscheint. Ausländische Bieter sollten französische Übersetzungen einplanen und Steuer- und Sozialbescheinigungen früh beschaffen.[6][7][8][12]
Plattformen in Frankreich
Anteil der 59.798 TED-Bekanntmachungen aus 2025, deren Unterlagen auf dieser Plattform liegen.
Legen Sie ein Lieferantenkonto an (mit oder ohne SIRET), um über Änderungen informiert zu werden; Unterlagen gibt es auch anonym. Signieren erfordert ein qualifiziertes eIDAS-Zertifikat.
- PLACE13,7 %
Registrieren Sie sich mit SIREN, SIRET oder nationaler Kennung; mit Testverfahren üben Sie die Abgabe vor einer echten Frist.
- achatpublic11,5 %
Auftraggeber auf achatpublic.com veröffentlichen in der „salle des marchés“; mit einem Unternehmenskonto laden Sie Unterlagen herunter und geben elektronisch ab.
Kostenloses Konto nötig für Unterlagen und Updates; halten Sie für Online-Angebote ein elektronisches Zertifikat bereit, falls der Auftraggeber eine Signatur verlangt.
- Marchés Sécurisés6 %
Kostenloses Bieterkonto ('espace privé'); eine elektronische Signatur nur, wenn die Vergabeunterlagen sie verlangen; Testverfahren stehen zur Verfügung.
- Maximilien4,2 %
Kostenlose Registrierung mit SIRET-Nummer; Auftraggeber der Île-de-France veröffentlichen hier, Bewerbung per DUME/MPS nur mit SIRET möglich.
Suchdienste für dieses Land
- achatpublic.com
Französische E-Vergabeplattform, auf der Auftraggeber Ausschreibungen veröffentlichen und Lieferanten Angebote abgeben.
- AW Solutions (marches-publics.info)
Plattform für Beschafferprofile und E-Vergabe französischer Auftraggeber, mit kostenlosen Ausschreibungsalerts für Lieferanten.
- BOAMP
Offizielles französisches Amtsblatt für Vergabebekanntmachungen, mit Suche, E-Mail-Alerts und Open-Data-API.
- Doubletrade
Französische SaaS zum Finden, Auswählen und Beantworten öffentlicher und privater Ausschreibungen, mit Marktbeobachtung.
- e-marchespublics.com (Dematis)
Französische Plattform mit Ausschreibungen aus BOAMP, JOUE und Beschafferprofilen, mit sicherer elektronischer Angebotsabgabe.
- Klekoon
Französische Plattform zur elektronischen Vergabe für Auftraggeber, die auch Ausschreibungen für Firmen listet und E-Rechnungen bietet.
- Marchés Online
Französischer Such- und Überwachungsdienst für Ausschreibungen aus nationalen, regionalen und europäischen Quellen.
- Tengo
Französische KI-Plattform, die Ausschreibungen erkennt und bewertet und technische Angebote aus früheren Antworten entwirft.
- Vecteur Plus
Französischer Dienst, der qualifizierte Ausschreibungen und private Bauprojekte als Vertriebschancen liefert, mit Marktanalyse.
Schreibhilfe aus diesem Land
- Tenderbolt
KI-Plattform zur Analyse und Beantwortung öffentlicher Ausschreibungen, RFPs und RFQs mit der eigenen Wissensdatenbank des Unternehmens.
- Tengo
Französische KI-Plattform, die Ausschreibungen erkennt und bewertet und technische Angebote aus früheren Antworten entwirft.
Ausschreibungsberater
- CANEVA
Französisches Beratungsunternehmen, das Firmen bei Angeboten auf Ausschreibungen unterstützt, von der Auswahl bis zum Konzept.
Häufige Fragen
Wo werden öffentliche Ausschreibungen in Frankreich veröffentlicht?
Ab € 90.000 (Bauleistungen ab € 100.000) im BOAMP oder einem Amtsblatt für Pflichtbekanntmachungen, oberhalb der EU-Schwellenwerte zusätzlich auf TED. Unterlagen und Angebotsabgabe liegen auf dem profil d'acheteur des Auftraggebers, etwa PLACE für den Staat oder regionale und kommerzielle Plattformen.[10][16][17]
Muss ich mich registrieren, um in Frankreich anzubieten?
Sie legen ein kostenloses Konto auf der Plattform des Auftraggebers an, um Unterlagen herunterzuladen und das Angebot einzureichen. Ein nationales Lieferantenregister, in das Sie sich vorab eintragen müssen, gibt es nicht.[7][17]
Welche Schwellenwerte gelten in Frankreich?
Seit 1. Januar 2026 liegen die EU-Schwellenwerte bei € 140.000 (zentrale Regierungsbehörden) bzw. € 216.000 (sonstige Auftraggeber) für Liefer- und Dienstleistungen und bei € 5.404.000 für Bauleistungen. Unter € 100.000 bei Bauleistungen und € 60.000 bei Liefer- und Dienstleistungen (ab 1. April 2026) darf ohne Bekanntmachung vergeben werden.[2][3][5]
Dürfen ausländische Unternehmen in Frankreich anbieten?
Ja. Unternehmen aus der EU und aus Staaten des WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen (GPA) bieten gleichberechtigt an und dürfen gleichwertige Nachweise ihres Heimatlandes vorlegen.[7]
In welcher Sprache muss ich anbieten?
Auf Französisch. Unterlagen in einer anderen Sprache brauchen eine französische Übersetzung.[8]
Wie viel Zeit habe ich für mein Angebot?
Im offenen Verfahren oberhalb der EU-Schwellenwerte mindestens 35 Tage, in bestimmten Fällen weniger. Unterhalb der Schwellenwerte legt der Auftraggeber eine angemessene Frist fest, oft zwei bis vier Wochen.[1]
Quellen
- Légifrance – Code de la commande publique
- Collectivités locales – Les seuils et taux applicables aux contrats de la commande publique
- Légifrance – Décret n° 2025-1386 du 29 décembre 2025 modifiant certains seuils relatifs aux marchés publics
- DAJ – Publication de deux décrets relatifs à la commande publique
- DAJ – Commande publique : nouveaux seuils européens applicables au 1er janvier 2026
- DAJ – Fiche technique : La présentation des candidatures (Nov 2025)
- Entreprendre.Service-Public – Competing in public procurement
- Entreprendre.Service-Public – Responding to the contract: preparing the application
- EUR-Lex – Commission Delegated Regulation (EU) 2025/2152 (thresholds 2026–2027)
- Entreprendre.Service-Public – Quels sont les seuils de publicité des marchés publics ?
- Légifrance – Article R2152-7, Code de la commande publique
- Légifrance – Article R2132-6 (renseignements complémentaires)
- Légifrance – Article R2152-3 (offres anormalement basses)
- Légifrance – Article R2181-1 (information des candidats évincés)
- data.gouv.fr – Données essentielles de la commande publique
- BOAMP
- Accueil – Portail des marchés publics (PLACE)
- UGAP – Centrale d'achat public
- economie.gouv.fr
Geprüft am 15. Oktober 2026. Erstellt von TenderRender aus amtlichen Quellen. Keine Rechtsberatung: Prüfen Sie die Bekanntmachung und die Unterlagen jeder Ausschreibung.