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IT-Ausschreibungen in Deutschland in Zahlen (2026): Software und IT-Dienstleistungen im Vergabemarkt

13.700 EU-weite IT-Zuschläge 2019–2023: in 46 % nur ein Angebot, Median 447.000 €, 31 % Rahmenverträge, Top 10 mit 36 % des Werts. Eigene TED-Analyse.

TenderRenderKI für Ausschreibungen

Kurz gesagt

Von 2019 bis 2023 haben deutsche Auftraggeber rund 13.700 Zuschläge für Software (CPV 48) und IT-Dienstleistungen (CPV 72) EU-weit auf TED bekanntgemacht. Bei 46 % dieser IT-Zuschläge gab es nur ein einziges Angebot, fast doppelt so oft wie im deutschen Vergabemarkt insgesamt (26 %). Der mittlere IT-Auftrag lag bei rund 447.000 Euro, 31 % waren Rahmenvereinbarungen, und die zehn größten Anbieter gewannen 36 % des gemeldeten Auftragswerts. In den eForms-Daten 2024–2025 kam mehr als jeder vierte IT-Zuschlag (27 %) aus einem Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb.

Diese Auswertung ist eine eigene Analyse von TenderRender auf Basis der TED-Daten. Sie zeigt, warum der öffentliche IT-Markt anders funktioniert als Bau oder klassische Dienstleistungen.

Wie groß ist der öffentliche IT-Markt oberhalb der Schwellenwerte?

Gezählt werden Zuschläge, also ein Gewinner pro Los.

JahrZuschlägeGesamtwert (Mrd. €)Median je ZuschlagMedian AngeboteNur 1 AngebotRahmenvereinbarung
20191.9573,1450.000 €242,5 %34,5 %
20202.5753,3411.000 €242,6 %28,4 %
20212.8954,6418.000 €247,7 %30,3 %
20223.3025,7499.000 €248,4 %31,1 %
20232.9457,8444.000 €246,4 %30,3 %
2019–202313.67424,5447.000 €245,9 %30,8 %

Die Zahl der IT-Zuschläge ist von 2019 bis 2022 um 69 % gestiegen und 2023 leicht zurückgegangen. Der gemeldete Gesamtwert hat sich in fünf Jahren mehr als verdoppelt, von 3,1 auf 7,8 Mrd. Euro. Diese Summe ist allerdings unsicher: Nur für gut die Hälfte (51 %) der IT-Zuschläge ist ein verwertbarer Wert angegeben, deutlich weniger als im Gesamtmarkt, und Rahmenvereinbarungen melden oft den Höchstwert.

Mit 447.000 Euro liegt der mittlere IT-Auftrag fast doppelt so hoch wie der Median aller deutschen Zuschläge (242.000 Euro).

Software oder Dienstleistung: zwei verschiedene Märkte

Software und Informationssysteme (CPV 48)IT-Dienstleistungen (CPV 72)
Zuschläge 2019–20235.1628.512
Gesamtwert11,0 Mrd. €13,5 Mrd. €
Median je Zuschlag334.000 €530.000 €
Median Angebote22
Nur 1 Angebot49,4 %43,8 %
Nur Preis67,8 %54,8 %
Rahmenvereinbarung23,4 %35,2 %

Bei Software ist der Wettbewerb noch enger und der Preis häufiger das einzige Kriterium. Das passt zu einem Markt, in dem oft ein bestimmtes Produkt beschafft oder verlängert wird. Bei IT-Dienstleistungen sind die Aufträge größer und häufiger als Rahmenvereinbarung angelegt.

Nach Teilbereich (dreistellige CPV-Gruppe):

CPVTeilbereichZuschlägeMedian-WertMedian AngeboteNur 1 AngebotNur Preis
720IT-Dienstleistungen ohne nähere Angabe4.635623.000 €239,8 %57,0 %
722Softwareprogrammierung und -beratung2.807503.000 €152,6 %55,4 %
480Software und Informationssysteme ohne nähere Angabe2.045399.000 €150,8 %73,8 %
488Informationssysteme und Server1.072290.000 €241,8 %67,2 %
481Branchenspezifische Software616302.000 €165,1 %57,1 %
724Internetdienste374384.000 €235,9 %34,5 %
723Datendienste369450.000 €242,1 %46,0 %

Am engsten ist der Markt für branchenspezifische Software: Zwei von drei Zuschlägen gingen an den einzigen Bieter. Auch bei Softwareprogrammierung und -beratung liegt der Median bei nur einem Angebot.

Warum gibt es so oft nur ein Angebot?

Ein Teil der Antwort liegt in der Verfahrensart. Sie ist erst in den eForms-Bekanntmachungen ab Ende 2023 zuverlässig erfasst. Für die IT-Zuschläge 2024–2025 ergibt sich:

VerfahrensartAnteil der IT-Zuschlägedavon nur 1 Angebot
Offenes Verfahren51,2 %28,1 %
Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb27,2 %92,3 %
Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb18,9 %24,1 %
Nicht offenes Verfahren1,9 %21,9 %

Im Gesamtmarkt kommen nur 7 % der Zuschläge aus Verhandlungsverfahren ohne Teilnahmewettbewerb, in der IT sind es 27 %. Solche Direktvergaben betreffen typischerweise Fälle, in denen nur ein Anbieter in Frage kommt, etwa bei Erweiterungen, Lizenzen oder Wartung bestehender Systeme. Sie enden fast immer mit einem einzigen Angebot.

Aber auch im offenen Wettbewerb ist der IT-Markt dünn besetzt: 28 % der offenen IT-Verfahren hatten nur ein Angebot. Im Gesamtmarkt waren es bei offenen Verfahren 17 %.

Der verbreitete Eindruck, IT werde vor allem nach Qualität vergeben, stimmt nur für den echten Wettbewerb. In offenen IT-Verfahren 2024–2025 wurden 46 % der Zuschläge allein nach dem Preis vergeben, im Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nur 9 %. Über alle IT-Zuschläge 2019–2023 liegt der Preisanteil bei 60 %, weil die Direktvergaben ihn nach oben ziehen.

Wer gewinnt IT-Aufträge?

Konzentriert, anders als im Bau. Die IT-Zuschläge mit Wertangabe gingen an rund 3.300 Unternehmen. Die zehn größten kamen auf 36 % des Werts, die hundert größten auf 76 %. Zum Vergleich: Im Bau halten die zehn größten Gewinner 14 %.

KMU gewinnen oft, aber kleine Aufträge. 45 % der IT-Zuschläge gingen an Unternehmen, die in TED als KMU gekennzeichnet sind, mit steigender Tendenz (41 % in 2019, 48 % in 2023). Ihr Anteil am Wert ist dagegen gesunken, von 29 % auf 11 % im Jahr 2023. Bei IT-Aufträgen über 5 Mio. Euro lag der KMU-Anteil bei 31 %, unter 100.000 Euro bei 60 %.

Lange Bindung. Die mediane Vertragslaufzeit der IT-Zuschläge 2024–2025 beträgt 36 Monate, der Durchschnitt 40 Monate. Das ist ein Jahr länger als im Gesamtmarkt (24 Monate). Wer eine IT-Ausschreibung verliert, wartet also meist drei Jahre auf die nächste Chance beim selben Auftraggeber.

Rahmenvereinbarungen mit mehr Wettbewerb. Bei IT-Rahmenvereinbarungen gab es in 38 % der Fälle nur ein Angebot, bei Einzelaufträgen in 49 %.

Was bedeutet das für IT-Anbieter?

Ein Angebot lohnt sich öfter, als man denkt. In fast jeder zweiten IT-Vergabe gab es keinen Mitbewerber, und selbst im offenen Verfahren in mehr als jeder vierten. Wer passende Ausschreibungen konsequent findet und vollständig anbietet, hat in diesem Markt gute Chancen.

Bestandsverträge im Blick behalten. Bei Laufzeiten um drei Jahre und vielen Direktvergaben für bestehende Systeme entscheidet sich der Markt oft bei der Neuausschreibung. Notieren Sie sich das Vertragsende von Aufträgen in Ihrem Bereich.

Qualität schreiben, wenn sie zählt. In Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb wird fast nie allein nach Preis entschieden. Dort entscheiden Konzepte zu Vorgehen, Team und Betrieb.

Bieterfragen nutzen. Unklare Leistungsbeschreibungen sind in der IT häufig. Eine gezielte Bieterfrage kann den Unterschied zwischen einem kalkulierbaren und einem riskanten Angebot machen.

Wie TenderRender dabei hilft

TenderRender durchsucht öffentlicheVergabe, TenderNed und BOSA und bewertet, wie gut jede Ausschreibung zu Ihrer Unternehmensbeschreibung passt. Nach der Analyse der Vergabeunterlagen schlägt es Bieterfragen vor, mit Begründung und Fundstelle im Dokument. Der Autopilot schreibt eine erste Fassung der Konzepte aus Ihren früheren Angeboten, und die Prüfung bewertet den Text pro Zuschlagskriterium mit konkreten Verbesserungsvorschlägen.

Über diese Zahlen

  • Quelle: TED (Tenders Electronic Daily, ted.europa.eu). Ausgewertet wurden Zuschläge von Auftraggebern mit Sitz in Deutschland mit CPV-Hauptcode 48 (Softwarepakete und Informationssysteme) oder 72 (IT-Dienstleistungen), Zuschlagsjahre 2019 bis 2023. Aufbereitung und Auswertung: TenderRender.
  • Abdeckung: Nur EU-weit bekanntgemachte Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte. IT-Hardware (CPV 30) ist nicht enthalten.
  • Zählweise: ein Zuschlag je Los und Gewinner.
  • Bereinigung: Werte über 10 Mrd. Euro und unter 1.000 Euro aus den Wertangaben ausgeschlossen. Vergaben von EU-Institutionen mit Sitz in Deutschland (z. B. EZB) nicht enthalten. Angebotszahlen nur, wo eine Zahl größer 0 gemeldet ist.
  • KMU: Kennzeichnung des Gewinners als KMU in TED.
  • Verfahrensart und Laufzeit: nur aus eForms-Bekanntmachungen 2024–2025.
  • Stand: TED-Daten mit Stand März 2026; ab 2024 unvollständig, daher 2023 als letztes volles Jahr. Auswertung vom 15. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wie viele IT-Ausschreibungen gibt es in Deutschland?

EU-weit bekanntgemacht wurden 2019–2023 rund 13.700 Zuschläge für Software und IT-Dienstleistungen, 2023 waren es 2.945. Hinzu kommen nationale Vergaben unterhalb der Schwellenwerte.

Wie viele Angebote gehen bei IT-Ausschreibungen ein?

Im Median 2. Bei 46 % der IT-Zuschläge gab es nur ein Angebot, bei 15 % fünf oder mehr.

Werden IT-Aufträge nach Preis oder Qualität vergeben?

Über alle IT-Zuschläge 2019–2023 war bei 60 % der Preis das einzige Kriterium. Das liegt stark an Direktvergaben. In Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb 2024–2025 wurden nur 9 % allein nach Preis vergeben, in offenen Verfahren 46 %.

Wie lange laufen öffentliche IT-Verträge?

Im Median 36 Monate, gemessen an den IT-Zuschlägen 2024–2025 mit Laufzeitangabe.

Haben kleine IT-Unternehmen eine Chance?

Ja, bei der Zahl der Aufträge: 45 % der IT-Zuschläge gingen an KMU. Beim Auftragswert dominieren große Anbieter; die zehn größten gewannen 36 % des gemeldeten Werts.

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