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Die 25 größten öffentlichen Auftraggeber in Deutschland (2026): Wer kauft was?

Eigene TED-Auswertung 2019–2023: die 25 deutschen Auftraggeber mit den meisten und größten Vergaben, mit Branche, Angebotszahl, Preisanteil und Bundeswehr.

TenderRenderKI für Ausschreibungen

Kurz gesagt

Der deutsche öffentliche Auftraggeber mit den meisten EU-weiten Vergaben 2019–2023 war die DB Netz AG (3.639 Vergaben), vor der Landeshauptstadt München (2.575), der BWI GmbH (2.469) und der Fraunhofer-Gesellschaft (2.324). Das zeigt eine Auswertung von TenderRender auf Basis der TED-Daten. Nach vergebenem Wert liegt das Beschaffungsamt des BMI in Bonn vorn: 12,9 Mrd. Euro, 5,3 % des gesamten Auftragswerts in Deutschland. Die Bundeswehr kommt mit allen Dienststellen und Gesellschaften auf 4.882 Vergaben, mehr als jeder einzelne Auftraggeber. Der Markt ist stark zersplittert: Die 25 größten Auftraggeber vergeben zusammen nur 16 % aller Aufträge.

Wie ist diese Rangliste entstanden?

Grundlage sind alle EU-weit bekanntgemachten Vergaben deutscher Auftraggeber in TED 2019–2023: 216.905 Vergabebekanntmachungen, 269.972 Zuschläge, 242,0 Mrd. Euro. Dieselben Daten wie in Öffentliche Aufträge in Deutschland in Zahlen.

Wir ranken nach Vergaben (Bekanntmachungen), nicht nach Zuschlägen (Lose mit je einem Gewinner), weil manche Auftraggeber sehr viele Lose bilden: Die IKK classic hat 764 Vergaben, aber 2.220 Zuschläge. Anteile und Mediane beziehen sich auf Zuschläge.

Ein Auftraggeber erscheint in TED oft unter vielen Namen: die Autobahn GmbH des Bundes unter 100 (Zentrale und Niederlassungen), die Fraunhofer-Gesellschaft unter 81, die Landeshauptstadt München unter 59 (Baureferat, Direktorium und weitere). Wir haben solche Varianten zusammengeführt. Ämter zählen zur Stadt; eigene Rechtspersonen wie Stadtwerke, Landesbetriebe, regionale AOKs oder Rentenversicherungsträger bleiben eigenständig. So wurden aus 25.483 TED-Namen 20.888 Auftraggeber.

Welche 25 Auftraggeber vergeben am häufigsten?

#AuftraggeberVergabenZuschlägeMedian-Wert je ZuschlagSchwerpunkt (Anteil Zuschläge)Nur PreisMedian AngeboteNur 1 Angebot
1DB Netz AG3.6394.015875.000 €Architektur- und Ingenieurleistungen (36 %)85 %243 %
2Landeshauptstadt München2.5752.635395.000 €Bauleistungen (57 %)86 %511 %
3BWI GmbH2.4692.504369.000 €Schulungen (40 %)99 %243 %
4Fraunhofer-Gesellschaft2.3242.409220.000 €Bauleistungen (33 %)71 %248 %
5Sächsisches Immobilien- und Baumanagement2.2032.226267.000 €Bauleistungen (79 %)90 %411 %
6Vermögen und Bau Baden-Württemberg1.5991.777356.000 €Bauleistungen (66 %)91 %412 %
7Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW1.5941.910523.000 €Bauleistungen (62 %)80 %314 %
8Die Autobahn GmbH des Bundes1.5912.058478.000 €Bauleistungen (34 %)79 %327 %
9Beschaffungsamt des BMI1.3861.551502.000 €IT-Dienstleistungen (19 %)74 %237 %
10AOK Rheinland-Pfalz/Saarland1.2691.304–Arzneimittel (98 %)100 %199 %
11Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen1.1571.179364.000 €Bauleistungen (72 %)80 %317 %
12Schulbau Hamburg1.1271.348153.000 €Bauleistungen (66 %)68 %58 %
13Deutsche Bundesbank1.1231.134–Bauleistungen (40 %)78 %167 %
14GIZ1.1131.295566.000 €Unternehmensdienstleistungen (17 %)30 %320 %
15AOK Bayern1.0421.707313.000 €Arzneimittel (90 %)96 %182 %
16Stadt Leipzig9751.082250.000 €Bauleistungen (63 %)79 %411 %
17Landeshauptstadt Düsseldorf9491.058308.000 €Bauleistungen (40 %)78 %321 %
18GWQ ServicePlus AG9441.062–Arzneimittel (100 %)100 %180 %
19Landeshauptstadt Dresden907952317.000 €Bauleistungen (49 %)68 %513 %
20BAAINBw (Koblenz)84797426.000 €Medizinprodukte und Arzneimittel (23 %)98 %151 %
21Landeshauptstadt Stuttgart8091.052316.000 €Bauleistungen (33 %)71 %415 %
22IKK classic7642.220186.000 €Arzneimittel und Hilfsmittel (83 %)86 %235 %
23Bundesanstalt für Immobilienaufgaben696893208.000 €Reinigung und Umweltdienste (41 %)63 %511 %
24Land Hessen (HCC Zentrale Beschaffung)662780178.000 €Reinigung und Umweltdienste (31 %)48 %326 %
25Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt656674233.000 €Bauleistungen (91 %)96 %410 %

"Nur Preis" ist der Anteil der Zuschläge, bei denen der Preis das einzige Zuschlagskriterium war. Wo weniger als 30 Zuschläge einen Wert haben, steht kein Median.

Neben dem Bund (siehe unten) prägen drei Gruppen die Liste:

  • Staatliche Bauverwaltungen der Länder: SIB Sachsen, Vermögen und Bau Baden-Württemberg, BLB NRW, LBIH Hessen und BLSA Sachsen-Anhalt. Fast nur Bauleistungen, 3 bis 4 Angebote im Median, 80 bis 96 % allein nach Preis.
  • Großstädte: München, Leipzig, Düsseldorf, Dresden und Stuttgart, vor allem Bau.
  • Krankenkassen: AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, AOK Bayern, GWQ ServicePlus und IKK classic. Ihre Vergaben sind überwiegend Rabattverträge für Arzneimittel nach § 130a Abs. 8 SGB V, oft nicht exklusiv oder als Open-House-Modell. Dort ist "ein Angebot je Zuschlag" der Normalfall und kein Zeichen für schwachen Wettbewerb.

Welche 25 Auftraggeber vergeben den größten Wert?

Weil einzelne Riesenlose verzerren, zählen nur Auftraggeber mit mindestens 20 Vergaben; die letzte Spalte zeigt den Anteil des größten Zuschlags.

#AuftraggeberWert (Mrd. €)Anteil am GesamtwertVergabenDavon größter Zuschlag
1Beschaffungsamt des BMI12,915,3 %1.38630 %
2BwFuhrparkService GmbH6,362,6 %6942 %
3Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW3,861,6 %1.59415 %
4Die Autobahn GmbH des Bundes3,681,5 %1.59111 %
5DB Netz AG3,261,3 %3.6393 %
6Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung¹2,821,2 %13648 %
7Vermögen und Bau Baden-Württemberg2,381,0 %1.59935 %
8DEGES2,260,9 %34226 %
9Stadt Köln2,160,9 %26283 %
10Bundesministerium für Bildung und Forschung1,870,8 %16012 %
11Land Hessen (Hessische Zentrale für Datenverarbeitung)1,790,7 %1398 %
12Straßenbauamt Schwerin¹1,770,7 %5394 %
13Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur1,680,7 %559 %
14Sächsisches Immobilien- und Baumanagement1,470,6 %2.2033 %
15IT-Dienstleistungszentrum Berlin1,450,6 %1056 %
16ANL Krefeld1,400,6 %2141 %
17Gt-service (Gemeindetag Baden-Württemberg)1,350,6 %202 %
18GIZ1,230,5 %1.11318 %
19Bundesanstalt für Immobilienaufgaben1,090,5 %69615 %
20Landeshauptstadt Düsseldorf1,050,4 %94931 %
21Forschungsverbund Berlin¹1,020,4 %10098 %
22Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen0,880,4 %1.1576 %
23DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH0,810,3 %11848 %
24Berliner Wasserbetriebe0,810,3 %5844 %
25Landeshauptstadt Stuttgart0,800,3 %80910 %

¹ Der größte Zuschlag ist vermutlich ein Datenfehler: zwei Lose für Dozentenleistungen mit je 1,35 Mrd. Euro (DGUV), ein Los Verkehrsanlagen mit 1,67 Mrd. Euro (Straßenbauamt Schwerin) und ein Platzhalterwert von 999.999.999 Euro (Forschungsverbund Berlin). Nach unserer Methode bleiben sie stehen; diese drei Plätze sind nicht belastbar.

Zusammen kommen die 25 auf 60,2 Mrd. Euro, ein Viertel des Gesamtwerts. Bei der Stadt Köln stammen 83 % aus einem einzigen Verkehrsvertrag für Stadtbahn und Bus (1,79 Mrd. Euro, 2019). Stabile Nachfrage mit vielen mittleren Zuschlägen haben dagegen BLB NRW, Autobahn GmbH, DB Netz, Vermögen und Bau und SIB.

Warum die Bundesbeschaffung in Bonn und Koblenz so viel Gewicht hat

Der Bund bündelt seinen Einkauf in wenigen zentralen Stellen. Die wichtigsten sitzen im Raum Bonn und Koblenz:

  • Beschaffungsamt des BMI (Bonn): 1.386 Vergaben, 12,9 Mrd. Euro. 870 dieser Vergaben sind Rahmenvereinbarungen mit zusammen 12,7 Mrd. Euro, also fast der gesamte Wert. Der größte Einzelzuschlag: Software- und Cloud-Leistungen eines einzelnen Herstellers für 3,89 Mrd. Euro (2023).
  • BAAINBw (Koblenz): 847 Vergaben, viele davon Einzelaufträge aus einem dynamischen Beschaffungssystem für Medizinprodukte und Arzneimittel. 51 % mit nur einem Angebot, 98 % allein nach Preis.
  • BWI GmbH (Meckenheim bei Bonn): 2.469 Vergaben, 40 % davon Schulungen und Seminare, daneben IT-Dienstleistungen für die Bundeswehr. 99 % allein nach Preis, 43 % mit einem Angebot.

Bundesauftraggeber in Bonn, Koblenz, Meckenheim und Sankt Augustin vergaben 38 % aller Bundesvergaben und 50 % des Bundesauftragswerts (20,3 von 40,9 Mrd. Euro).

Die Bundeswehr insgesamt. Rechnet man unter anderem BAAINBw, BAIUDBw, BWI, BwFuhrparkService, Bw Bekleidungsmanagement, die Bundeswehr-Dienstleistungszentren, die Universitäten der Bundeswehr und die Marinearsenale zusammen, kommt die Bundeswehr auf 4.882 Vergaben und 5.207 Zuschläge, 2,3 % aller deutschen Vergaben. 41 % der Zuschläge hatten nur ein Angebot, 89 % gingen allein nach Preis. Einen Wert nennen nur 15 % der Zuschläge; die bekannten Werte summieren sich auf 11,6 Mrd. Euro, darunter die Mehrzweckkampfschiffe MKS 180 mit 4,43 Mrd. Euro (2020). Der tatsächliche Wert ist höher; Aufträge unter den Ausnahmen für Verteidigung und Sicherheit erscheinen gar nicht in TED.

Welche Arten von Auftraggebern vergeben am meisten?

Die Zuordnung erfolgt über den Namen: für Kommunen, Krankenkassen und Bund recht zuverlässig, für Länder und Forschung eine Näherung. Gut ein Viertel bleibt "Sonstige" (Verkehrs- und Versorgungsbetriebe, Wohnungsgesellschaften, Flughäfen, Kammern).

ArtAuftraggeberVergabenAnteil VergabenAnteil WertMedian-WertNur 1 AngebotNur Preis
Kommunen (Städte, Gemeinden, Kreise)10.29678.58136 %23 %202.000 €20 %69 %
Länder2.15130.37414 %18 %285.000 €21 %70 %
Bund76917.7348 %17 %358.000 €36 %68 %
Hochschulen und Forschung1.41216.3348 %4 %293.000 €41 %60 %
Kliniken1.2098.5704 %3 %278.000 €22 %66 %
Gesetzliche Krankenkassen2237.0343 %1 %221.000 €65 %86 %
Sonstige9.42358.27827 %34 %261.000 €25 %63 %

Kommunen vergeben am häufigsten, der Bund vergibt mit 8 % der Vergaben 17 % des Werts. Beim Bund und in der Forschung ist der Wettbewerb am dünnsten: 36 % bzw. 41 % der Zuschläge mit nur einem Angebot, gegen 20 % bei den Kommunen.

Wo ist der Wettbewerb am geringsten?

Unter den 61 Auftraggebern mit mindestens 300 Vergaben gab es außerhalb der Krankenkassen am häufigsten nur ein Angebot bei:

  • ITZBund: 70 %, vor allem IT.
  • Deutsche Bundesbank: 67 %, viele davon Bau- und Sanierungslose ihrer Filialen.
  • Kommunale Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft (KWL): 57 %, vor allem Fahrzeuge.
  • Deutsche Rentenversicherung Bund: 54 %, vor allem Software.
  • BAAINBw: 51 %. Fraunhofer: 48 %. DB Netz und BWI: je 43 %.

Am meisten Konkurrenz (Median 5 Angebote) gibt es bei Schulbau Hamburg, dem Staatlichen Bauamt München 1, München, Dresden, Ingolstadt, Frankfurt am Main und der BImA.

Wer vergibt nach Qualität, wer nach Preis?

In Deutschland entscheidet bei 67 % der Zuschläge allein der Preis. Deutlich häufiger zählt Qualität bei der Charité (5 % nur Preis), der GIZ (30 %) und der Zentralen Beschaffung des Landes Hessen (48 %). Bei den staatlichen Bauverwaltungen, der BWI, ITZBund und BAAINBw sind es 80 bis 99 %. Mehr dazu in Mit Qualität statt Preis gewinnen.

Was bedeutet das für Ihre Bid/No-Bid-Entscheidung?

Kennen Sie den Auftraggeber, nicht nur den Markt. Beim BLB NRW (Median 3 Angebote, 14 % mit nur einem Angebot) ist der Wettbewerb ein anderer als bei Schulbau Hamburg (5 Angebote, 8 %), obwohl beide vor allem Bauleistungen vergeben. Prüfen Sie frühere Vergaben desselben Auftraggebers, siehe Bid/No-Bid-Entscheidung.

Rahmenvereinbarungen des Bundes zählen doppelt. Aus einer Rahmenvereinbarung des Beschaffungsamts können viele Bundesbehörden abrufen. Wer sie verliert, ist für die Laufzeit draußen.

Ein Angebot ist nicht immer eine Chance. Bei Krankenkassen und dynamischen Beschaffungssystemen ist es systembedingt. Bei Bundesbank, ITZBund oder Fraunhofer kann wenig Wettbewerb dagegen eine echte Chance sein.

Wie TenderRender dabei hilft

TenderRender gleicht Ausschreibungen von öffentlicheVergabe, TenderNed und der belgischen BOSA-Plattform mit Ihrer Unternehmensbeschreibung ab und bewertet die Passung. Für eine einzelne Ausschreibung zeigt die Historie frühere Bekanntmachungen und frühere Gewinner aus TED und den nationalen Plattformen.

Über diese Zahlen

  • Quelle: TED (ted.europa.eu), von TenderRender aufbereitet und ausgewertet. Auftraggeber mit Sitz in Deutschland laut TED, Zuschlagsjahre 2019–2023.
  • Abdeckung: Nur EU-weit bekanntgemachte Vergaben, also im Wesentlichen oberhalb der EU-Schwellenwerte. Nur national veröffentlichte Vergaben nach UVgO und VOB/A Abschnitt 1 fehlen.
  • Zusammenführung: Namensvarianten und Arten wurden über den Namen zugeordnet, eine Näherung. Die Toplisten sind von Hand geprüft.
  • Bereinigung: Werte unter 1.000 Euro und über 10 Mrd. Euro ausgeschlossen. EU-Institutionen mit Sitz in Deutschland (z. B. EZB, EASA) nicht enthalten. Angebotszahlen nur, wo eine Zahl größer 0 gemeldet ist.
  • Stand: TED-Daten mit Stand März 2026; 2023 ist das letzte volle Jahr. Auswertung vom 15. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Wer ist der größte öffentliche Auftraggeber in Deutschland?

Nach Zahl der EU-weiten Vergaben 2019–2023 die DB Netz AG mit 3.639 Vergaben. Nach vergebenem Wert das Beschaffungsamt des BMI mit 12,9 Mrd. Euro, fast ganz aus Rahmenvereinbarungen für Bundesbehörden.

Wie groß ist die Bundeswehr als Auftraggeber?

Alle Dienststellen und Gesellschaften zusammen kamen auf 4.882 Vergaben, 2,3 % aller deutschen Vergaben. Nur 15 % der Zuschläge nennen einen Wert, daher ist der bekannte Wert von 11,6 Mrd. Euro eine Untergrenze.

Warum stehen Krankenkassen so weit oben?

AOKs, GWQ ServicePlus und IKK classic schreiben Rabattverträge für Arzneimittel EU-weit aus, meist je Wirkstoff. Das ergibt Hunderte Vergaben mit meist einem Angebot.

Wie viele öffentliche Auftraggeber vergeben EU-weit?

Nach Zusammenführung der Namen vergaben 20.888 Auftraggeber 2019–2023 mindestens einen Auftrag EU-weit. 289 davon kamen auf 100 oder mehr Vergaben, 46 % auf genau eine.

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