Kurz gefasst
Wer eine Ausschreibung gewonnen hat, erfahren Sie am zuverlässigsten aus der Zuschlagsbekanntmachung: bei oberschwelligen Verfahren auf TED und oeffentlichevergabe.de, teils auch auf service.bund.de unter „Vergebene Aufträge". Komfortabler, aber kostenpflichtig, sind Dienste mit Zuschlagsdaten wie DTAD, VergabeHero, Tender Service oder TenderPort. Opentender bietet offene Vergabedaten zur Analyse. TenderRender zeigt die Vergabehistorie im Projekt und nennt einen Gewinner nur, wenn er in den offiziellen Daten steht. Bei unterschwelligen und freihändigen Vergaben wird der Zuschlag oft gar nicht veröffentlicht.
Dieser Vergleich wurde von TenderRender veröffentlicht; wir stellen selbst eines der besprochenen Werkzeuge her. Er stützt sich auf öffentlich verfügbare Informationen auf den Websites der Anbieter, geprüft am 15. Oktober 2026. Er ist kein unabhängiger Test und keine vollständige Marktübersicht.
Wie Sie die Daten für Ihre Strategie nutzen, steht in Wettbewerbsanalyse bei Ausschreibungen. Diese Seite vergleicht nur die Quellen und Werkzeuge.
Worauf Sie achten sollten
- Amtliche Quelle. Ein Gewinnername ist nur belastbar, wenn er in einer offiziellen Bekanntmachung steht.
- Abdeckung. Oberschwellige Zuschläge sind meist veröffentlicht, kleinere oft nicht. Fragen Sie, welche Verfahrensarten und Jahre der Dienst abdeckt.
- Suche nach Auftraggeber oder Wettbewerber. Können Sie Zuschläge nach Auftraggeber, CPV-Code oder Unternehmen filtern?
- Zusatzdaten. Vertragswert, Laufzeit, Zahl der Bieter: nicht jede Quelle nennt sie.
- Aufwand. Amtliche Portale sind kostenlos, aber Sie suchen selbst.
Die Quellen und Werkzeuge im Überblick
1. TenderRender: Vergabehistorie pro Ausschreibung
In TenderRender zeigt die Karte Vergabehistorie frühere Bekanntmachungen und Zuschläge desselben Auftraggebers sowie vorherige Gewinner, aus TED und den nationalen Plattformen, einschließlich oeffentlichevergabe.de. Ein Gewinner erscheint nur, wenn verifizierte offizielle Vergabedaten oder eine lesbare Zuschlagsbekanntmachung ihn nennen; sonst steht dort, dass keiner gefunden wurde. Dazu kommt die Prognose: Verträge, die in 6, 12 oder 24 Monaten auslaufen, mit aktuellem Auftragnehmer.
Am besten für: Teams, die Historie und Wettbewerb zu einer konkreten Ausschreibung brauchen, bevor sie entscheiden und schreiben.
Zu beachten: Für reine Marktanalyse über viele Auftraggeber sind spezialisierte Datendienste wie DTAD oder Opentender besser geeignet. Die Qualität der Historie schwankt je Ausschreibung.
2. TED: Zuschlagsbekanntmachungen oberschwellig
TED ist das Online-Supplement zum EU-Amtsblatt. Dort stehen oberschwellige Bekanntmachungen aller Mitgliedstaaten; die Seite verweist auf Statistiken, ein Dashboard zu veröffentlichten Verträgen und einen Entwicklerbereich.
Am besten für: kostenlose Recherche zu größeren Aufträgen und EU-weiten Wettbewerbern.
3. oeffentlichevergabe.de und service.bund.de
oeffentlichevergabe.de bietet laut eigener Website eine freie Suche und einen Open-Data-Service. service.bund.de führt neben den Ausschreibungen eine Rubrik „Vergebene Aufträge". Die Vergabeplattform Berlin nennt laut Beschreibung ebenfalls Zuschlagsinformationen.
Am besten für: kostenlose Recherche zu deutschen Zuschlägen.
4. DTAD: Einblick in das Verhalten von Vergabestellen
DTAD beschreibt sich als Plattform für Ausschreibungen und Bauprojekte in DACH und der EU mit Dokumentensuche und Einblicken in das Verhalten von Vergabestellen. Als Funktionen nennt der Anbieter Zuschlagsdaten und Auftraggeber-Recherche.
Am besten für: Bau und Dienstleistungen, wenn Sie Auftraggeber systematisch beobachten.
5. VergabeHero, Tender Service, TenderPort, TenderB Stack, Cobrief
VergabeHero liest laut Anbieter täglich 1.500+ deutsche Vergabeportale aus und nennt Zuschlagsdaten und Auftraggeber-Recherche. Tender Service bietet Prognosen zu Neuausschreibungen und Marktanalyse. TenderPort nennt Marktanalysen. TenderB Stack bietet Zuschlagsdaten per Web-App oder API (kostenloser Tarif mit 20 Aktionen im Monat). Cobrief listet Zuschlagsdaten unter seinen Funktionen.
Am besten für: Vertriebs- und Bid-Teams, die Zuschläge regelmäßig auswerten.
Zu beachten: Fragen Sie nach, welche Verfahrensarten und Jahre die Daten abdecken.
6. Opentender: offene Vergabedaten
Opentender ist laut Betreiber ein Open-Data-Portal zur Suche und Analyse von Vergabedaten aus 36 Rechtsräumen, entwickelt im Projekt DIGIWHIST.
Am besten für: Auswertungen über viele Verfahren, auch für Journalisten und Forschung.
Grenzen der Daten
Zuschlagsdaten sind nur so gut wie die Bekanntmachung. Bei oberschwelligen Verfahren ist sie üblich, bei nationalen und freihändigen Vergaben oft nicht. Manche Bekanntmachungen nennen den Gewinner, aber keinen Preis. Ein Gewinner aus einem früheren Verfahren ist außerdem nicht automatisch der Wettbewerber im nächsten, denn Verträge laufen aus und Bietergemeinschaften wechseln. Behandeln Sie die Historie als Marktinformation, nicht als Prognose.
So gehen Sie vor
- Suchen Sie die Vorgänger-Ausschreibung. Filtern Sie auf TED oder oeffentlichevergabe.de nach Auftraggeber und CPV-Code und lesen Sie die Zuschlagsbekanntmachung.
- Notieren Sie Gewinner, Wert und Laufzeit. Die Laufzeit zeigt, wann der Vertrag endet und die Neuausschreibung kommt.
- Ergänzen Sie mit der Prognose. In TenderRender sehen Sie Verträge, die in 6, 12 oder 24 Monaten auslaufen, mit dem aktuellen Auftragnehmer.
- Beobachten Sie den Auftraggeber laufend. Ein Datendienst wie DTAD oder VergabeHero lohnt, wenn Sie mehrere Auftraggeber verfolgen.
- Nutzen Sie das Ergebnis für Ihre Strategie. Wie, steht in der Wettbewerbsanalyse.
Vergleich auf einen Blick
| Quelle | Zuschlagsdaten laut Anbieter | Kosten laut Anbieter | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| TenderRender | Historie, nur bei offizieller Quelle | Auf Anfrage | Eine Ausschreibung |
| TED | Oberschwellig | Öffentlich | EU |
| oeffentlichevergabe.de | Bekanntmachungen, Open Data | Frei zugänglich | Deutschland |
| service.bund.de | Vergebene Aufträge | Öffentliche Suche | Deutschland |
| DTAD | Ja | Nicht angegeben | DACH, Bau |
| VergabeHero | Ja | 14 Tage testen | Deutschland |
| Tender Service | Marktanalyse, Prognosen | Testphase | DACH und Osteuropa |
| Opentender | Ja, offene Daten | Nicht angegeben | 36 Rechtsräume |
So wählen Sie
| Wenn Sie vor allem … | Wählen Sie |
|---|---|
| den Gewinner einer einzelnen Ausschreibung suchen | TED oder oeffentlichevergabe.de |
| Historie vor der Entscheidung im Projekt sehen | TenderRender |
| Auftraggeber und Wettbewerber laufend beobachten | DTAD, VergabeHero oder Tender Service |
| viele Verfahren auswerten | Opentender oder TenderB Stack |
Häufige Fragen
Wo steht, wer den Zuschlag bekommen hat?
In der Zuschlagsbekanntmachung. Bei oberschwelligen Verfahren steht sie auf TED und oeffentlichevergabe.de. Bei kleineren Verfahren fragen Sie die Vergabestelle oder erfahren es als unterlegener Bieter.
Warum finde ich bei manchen Ausschreibungen keinen Gewinner?
Bei nationalen und freihändigen Vergaben wird der Zuschlag oft nicht veröffentlicht. Dann bleibt nur die Mitteilung an unterlegene Bieter.
Kann ich den Preis des Gewinners sehen?
Manche Bekanntmachungen nennen einen Vertragswert. Das variiert stark je Verfahren, und ein Angebotspreis im Detail ist selten öffentlich. Prüfen Sie die Bekanntmachung selbst.
Ist ein früherer Gewinner der aktuelle Wettbewerber?
Nicht automatisch. Verträge enden, Unternehmen fusionieren, Bietergemeinschaften wechseln. Betrachten Sie die Historie als Marktinformation und prüfen Sie, ob der Anbieter noch aktiv ist.
Ist dieser Vergleich unabhängig?
Nein. TenderRender hat ihn veröffentlicht und stellt eines der Werkzeuge her.
Quellen
- TenderRender: Finden und analysieren
- TED, oeffentlichevergabe.de, service.bund.de, Vergabeplattform Berlin
- DTAD, VergabeHero, Tender Service, TenderPort, TenderB Stack, Cobrief, Opentender